Wie dreist sind die Greenwashing Methoden der Unternehmen?

Wie dreist sind die Greenwashing Methoden der Unternehmen?
6. Februar 2022 Julian
8 Min. Lesezeit

[Teil 3]

Greenwashing kann dir in den unterschiedlichsten Formen begegnen.

Einen Großteil hast du bestimmt selbst schon wahrgenommen. Unternehmen sind aber sehr kreativ, wenn es um die eigene Kommunikation geht. Daher werden die Methoden auch immer ausgefeilter.

Grundlage bilden die „Sins of Greenwashing“ von Underwriters Laboratories (UL). Sechs Merkmale, die das Greenwashing von Unternehmen verraten. [1]

Papier

Sin of the hidden trade-off

Fokus liegt nur auf den nachhaltigen Aspekten eines Produkts. Der gesamte Herstellungsprozess wird vernachlässigt. Dabei fallen gerne umweltbelastende Produktionsschritte einfach unter den Tisch.

Als Beispiel nennt UL Papier. Papier wird oftmals als nachhaltiges Produkt angepriesen.

In vielen Fällen werden aber bestimmte Produktionsschritte bei der Papierproduktion vernachlässigt. Diese können dazu führen, dass Papier keinesfalls umweltfreundlich hergestellt wird. [2] [3]

  • Bleichen mit Chlor
  • Einsatz von Chemikalien zur Zellstoffherstellung
  • CO 2 Emissionen bei Herstellung und Transport

Beim hidden trade-off werden diese Schritte nicht erwähnt. Betont wird nur, dass Papier aus einem nachwachsenden Rohstoff hergestellt wird.

Intransarente_Wertschöpfungskette

Sin of no proof

Fehlende Transparenz ist ein großes Problem. Unternehmen können viel behaupten. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Das scheint hier das passende Sprichwort.

Die fehlende Transparenz zeigt sich vor allem bei den komplexen Wertschöpfungsketten heutzutage. Alleine in der Modeindustrie gibt es zahlreiche Produktionsschritte, die an unterschiedlichsten Orten stattfinden.

Eine transparente Wertschöpfungskette ist daher auch eine Herausforderung für Unternehmen. Tolle Beispiele sind Hessnatur und Nudie Jeans.

YouTube video

 

Sin of vagueness

„Nachhaltig“, „grün“, aus „nachhaltigeren Rohstoffen“ – Alles beliebte Werbe-Claims. Schaut man genauer hin, findet man keine weiteren Infos zum Thema Nachhaltigkeit. Wie grün ist das Produkt jetzt wirklich? Was zeichnet die Nachhaltigkeit von dem Produkt ab? Oftmals Fragen, die uns Unternehmen bei dieser Strategie schuldig bleiben.

false_labels

Sin of worshiping false labels

Traue keinem Label, dass du nicht selbst gefälscht hast. Ok, der Spruch geht anders. Tatsächlich gibt es aber eine Reihe von Siegel, die keine Aussagekraft besitzen. Unternehmen schaffen gerne eigene Labels. Dabei kann auf unabhängige Kontrollstellen verzichtet werden. Bei den Richtlinien nimmt man es dann auch nicht so streng. Am Ende schmückt das Produkt ein schönes Label. Der einzige Mehrwert ist dabei die Täuschung des Verbrauchers.

Sin of irrelevance

Unternehmen werden gerne, dass ihr Produkt ohne Inhaltsstoff xy auskommt. Dabei wird oft ein wichtiger Punkt vergessen: die gesetzliche Grundlage. Der Inhaltsstoff ist bereits seit Längerem gesetzlich verboten. Kein Grund für Unternehmen, sich nicht trotzdem mit den Lorbeeren zu schmücken.

Sin of lesser of two evils

Eine bestimmte Eigenschaft von einem Produkt wird herausgestellt und angepriesen. Eine ressourcenintensive Produktion bzw. soziale und umwelttechnische Einschnitte auf der anderen Seite werden allerdings bewusst zurückgehalten.

Palmöl ist ein gutes Beispiel an dieser Stelle. Das Öl findet sich heutzutage in vielen Produkten. Laut den Palm Oli Detectives ist das Hauptargument für Palmöl der hohe Ertrag gegenüber anderer Pflanzen, aus denen ebenfalls Öl gewonnen werden kann.

„The main argument by palm oil lobbyists is that palm oil is better than other crops because it has a higher yield. This argument of a ‘lesser of two evils’ is used to justify and excuse the ecocide, deforestation and human rights abuses associated with ‘sustainable’ palm oil.“ – Palmoildetectives [4]

Greenpeace hat das Beispiel Palmöl im folgenden Video nochmal aufbereitet.

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Sin of fibbing

Hier machen wir es kurz. Unternehmen lügen ganz dreist. Das Produkt wird als „grün“ verkauft, obwohl die Aussagen nicht richtig sind.

Infografik „Six Sins of Greenwashing am Beispiel der Textilindustrie“

In unserer Infografik haben wir die Six Sins nochmal am Beispiel der Textilbranche aufgearbeitet. Hier stellt sich die Frage, wann ein Unternehmen wirklich Fair bzw. Nachhaltig ist.

Infografik_Greenwashing

Jetzt kennst du die gängigsten Strategien. Spannend ist jetzt bestimmt auch, wie das Ganze in der Praxis ausschaut.

Wir haben uns die dreistesten Greenwashing Beispiele angeschaut und greifen hier die Sins of Greenwashing nochmal auf.

Quellen:

  • [1] https://www.ul.com/insights/sins-greenwashing
  • [2] https://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/industriebranchen/holz-zellstoff-papierindustrie/zellstoff-papierindustrie#anlagenbestand-in-deutschland
  • [3] https://utopia.de/ratgeber/nachhaltiges-papier-kaufen-darauf-solltest-du-achten/
  • [4] https://palmoildetectives.com/2021/10/22/greenwashing-tactic-6-the-lesser-of-two-evils

 

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