Der ultimative Fast Fashion Check: 57 Fakten über die Folgen der Textilindustrie

Der ultimative Fast Fashion Check: 57 Fakten über die Folgen der Textilindustrie
7. September 2020 Julian
In Wissen
57_Fakten_zu_Fast_Fashion
20 Min. Lesezeit

Du hast bestimmt schon davon gehört, dass die Textilindustrie mit ihrem Fast Fashion Ansatz viele Schattenseiten mit sich bringt.

Doch was genau sind diese Schattenseiten und wie wirken sie sich auf die Umwelt aus?

Wir haben 57 Fakten rund um Fast Fashion gesammelt.

Neben sozialen und ökologischen Folgen zeigen wir dir unter anderem auch, wie Fast Fashion unser Konsumverhalten beeinflusst.

Die Liste wird regelmäßig von uns erweitert, weshalb wir auch aktuelle Fakten zur Corona Pandemie ergänzt haben.

Aber kommen wir jetzt zum Wesentlichen:

 

Update: 19.09.2020

Hier findet ihr eine super interessante Panel Diskussion zum Thema “Geht günstige Mode ohne Ausbeutung? H&M vs. Greenpeace”

Teilnehmer sind Tarek Müller von About You, Viola Wohlgemuth von Greenpeace, Hendrik Heuermann von H&M und Constanze Klotz von BRIDGE&TUNNEL

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Allgemeine Fakten zu Fast Fashion

1. Das bedeutet Fast Fashion: Fast Fashion steht für schnelllebige Trends, billige Produktion, einer meist kurzen Lebensdauer sowie minderen Qualität von Textilien.[1]

2. Textile Wertschöpfungskette: Die Herstellung von Textilien gliedert sich in unzählige komplexe und oftmals nicht nachvollziehbare Produktionsschritte. Grund ist oftmals die fehlende Transparenz.

Hier findest du alle Infos über die textile Wertschöpfungskette!

Human Rights Watch fordert Modeunternehmen nach mehr Transparenz auf: #GoTransparent

Hier kannst du die Geschichten von Arbeiter:innen aus der Textilindustrie nachlesen und weshalb mehr Transparenz in der textilen Wertschöpfungskette wichtig ist.

3. Fast Fashion aus Sicht der Unternehmer: Aus strategischer Unternehmenssicht wird Fast Fashion durch den schnellen Wechsel von Kollektionen laut den Autoren Hony Hines und Margaret Bruce als „Marketing-Tool zur Steigerung der Kundenfrequenz“ definiert. [2] [3]

4. Entwicklung: Kontinuierlicher Anstieg des Fast Fashion Booms vor allem seit dem Jahr 2000. Sehr bekannte Marken sind H&M und Zara.[4]

5. Markenwert von Fast Fashion Brands: Zara und H&M belegen Platz 2 (Zara Markenwert 16,2 Mrd. Euro) und Platz 4 (H&M Markenwert 14 Mrd. Euro) der wertvollsten Modemarken der Welt.[5]

6. Beliebtheit Fast Fashion Brands: C&A ist in Deutschland mit 39,1% das beliebteste Bekleidungsgeschäft, gefolgt von H&M (27,5%) und P&C (17,4%).[6]

 

7. Kollektionen pro Jahr: Fast Fashion Brands bieten bis zu 24 Kollektionen im Jahr an.[7]

8. „Ultra“ oder „Super“ Fast Fashion: Dabei handelt es sich um eine relativ neue Bewegung von Modeunternehmen wie Asos oder Boohoo, die ausschließlich online verkaufen und durch kurze Produktionswege noch schneller produzieren als die bekannten Fast Fashion Unternehmen.[8]

9. Produktionsvolumen Ultra Fast Fashion: Bis zu 4500 neue Teile werden wöchentlich laut dem Spiegel, der sich auf die amerikanische Beratungsfirma Coresright beruft, auf den Markt gebracht –  Produktion on Demand und kurze Produktionswege (meist in Europa) ermöglichen dieses Angebot. [9] [10]

10. Fertigungszeit Fast vs. Ultra Fast Fashion: Laut Angaben von Bohoo und Asos wird für die Produktion von Textilien lediglich eine Vorlaufzeit von 1-4 Wochen benötigt, während die Fast Fashion Giganten Zara und H&M laut FashionUnited eine Vorlaufzeit von mind. fünf Wochen benötigen.[11]

11. Produktionsbedingungen Ultra Fast Fashion: Trotz der Produktion in Europa sind auch im Ultra Fast Fashion die Produktionsbedingungen prekär, wie ein Enthüllungsbericht an einem Produktionsstandort von Boohoo in Leicester zeigt.[12]

12. Auswirkungen Corona auf Fast Fashion: Die Corona-Pandemie hat vor allem auf Modeunternehmen mit stationärem Handel einen erheblichen Einfluss. Der Anteil am Umsatz durch den stationären Handel liegt laut McKinsey bei 80%.[13]

13. Fast Fashion Kritik während Corona: Vor allem große Fast Fashion Unternehmen wie C&A,  Primark und H&M haben während der Corona Pandemie Arbeiter:innen im Stich gelassen. Sie haben bereits bestellte und produzierte Ware nur teilweise bezahlt oder nur mit langen Zahlungszielen abgenommen.[14]

Auswirkungen der Corona Pandemie auf Fast Fashion

14. Mitarbeiter gekündigt: In Myanmar und Indien wird die Corona Pandemie laut Aussagen von cleanclothescampaign verwendet, um gezielt Mitarbeiter, die einer Gewerkschaft angehören, zu kündigen.

 

Konsumverhalten

15. Konsumverhalten in Deutschland: Laut dem Bundesumweltministerium kauft jeder Deutsche ca. 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr und jedes fünfte Kleidungsstück wird dabei nie getragen[15]

16. Weltweiter Konsumvergleich: In Deutschland werden jährlich im Schnitt 12-15 Kilogramm Kleidung gekauft, was 50% über dem weltweiten Durchschnitt liegt (Stand 2019).[16]

17. Lebensdauer  von Kleidungsstücke in Deutschland: Laut der Christlichen Initiative Romero (CIR) tragen wir im Durchschnitt ein Kleidungsstück vier Mal und tauschen es dann gegen etwas Neues.[17]

druch_Tragedauder_von_Kleidungsstücken

18. Konsumverhalten junger Frauen in Deutschland: In einer repräsentativen Umfrage, die von Greenpeace im Jahr 2017 zum Konsumverhalten junger Fragen zeigte sich: [18]

  • 60% besitzen zu viel Kleidung
  • Durch. mtl. Ausgaben für Kleidung in Höhe von 130 €
  • Jede Zweite besitzt Kleidungsstücke, die sie noch nie getragen hat

19. Anteil Bekleidung an deutschen Konsumausgaben: Der Anteil von Bekleidung und Schuhe an den gesamten deutschen Konsumausgaben im Jahr 2019 betrug mit 77,2 Mrd. €  4,5%.[19]

20. Relevante Kaufkriterien bei Textilien in Deutschland: In Bezug auf die Kaufkriterien bei Kleidung zeigt das Umfrageportal YouGov in einer Studie aus dem Jahr 2019, dass der Preis sowohl bei Befragten in der Altersgruppe 55+ wie auch 18-24 als entscheidendes Kriterium neben Qualität und Passform zählt.[20]

21. In Store Shopping Vergleich Fair vs. Fast Fashion: YouGov hat in einer Umfrage die Beliebtheit von Fast vs. Fair Fashion Stores in der Innenstadt abgefragt.

45% der Deutschen bevorzugen Fast Fashion Hersteller. Lediglich 20% gaben an, bevorzugt Fair Fashion Stores aufzusuchen. 12% bevorzugen Second Hand Läden und 9% ziehen Resale Apps wie Kleiderkreisel vor.[21]

Materialverwendung

22. Anteil der verwendeter Fasern in Textilindustrie: 2018 wurde  weltweit für die Faserproduktion ein Anteil 29% Naturfaser und 71% synthetische Fasern prognostiziert.  [22]

    • Baumwolle mit 26 Mio. Tonnen ist die bedeutendste Naturfaser
    • Polyester mit einem Anteil von 45 Millionen Tonnen ist die bedeutendste synthetische Chemiefaser

Faserverteilung_Fast_Fashion_Natur-vs-synthetische_Faser

 

23. Bestandteile synthetischer Chemiefasern: Synthetische Chemiefasern, allen voran Polyester bestehen zum Hauptteil aus Erdöl bzw. -gas. [23]

Hier findest du eine Infografik über Chemiefasern.

24. Die Bedeutung von Polyester für Fast Fashion: Polyester, als günstige synthetische Faser ist unter anderem für den Aufstieg von Fast Fashion verantwortlich, da die günstige und schnelle Produktion einen Anstieg der Textilproduktion ermöglichte.[24]

25. Steigende Nachfrage von Polyester: Die Nachfrage von Polyester in der Textilindustrie ist in den Jahren 2000 bis 2017 um 157% gestiegen.[25]

26. Wasserverbrauch Baumwolle: Der Anbau von Baumwolle beansprucht eine beträchtliche Menge an Wasser, auch wenn moderne Bewässerungsanlagen, den Verbrauch reduzieren. Der Aralsee, welcher sich an der Grenze von Kasachstan und Usbekistan befindet und durch den Anbau von Baumwolle nahezu ausgetrocknet wurde, ist ein trauriges Beispiel.[26]

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27. Die Bedeutung von Baumwolle: Die Hälfte der jährlich rund 100 Milliarden produzierten Kleidungsstücke bestehen aus Baumwolle.[27]

28. Wasserverbrauch für ein T-Shirt und eine Jeans: Für ein einzelnes T-Shirt aus konventioneller Baumwolle werden rund 2.700 Liter Wasser benötigt, eine Jeans benötigt 8.000 Liter Wasser.[28] [29]

29. Chemikalien in der Textilindustrie: Textilien ohne den Einsatz von Chemikalien herzustellen, ist laut eines Experten des Bundesinstituts für Risikobewertung nicht möglich.[30]

30. Anzahl verwendeter Chemikalien: Laut der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland werden in der Textilindustrie inzwischen entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette zwischen 20.000 und 40.000 verschiedene Chemikalien eingesetzt.[31]

31. Farbstoffe in der Textilindustrie: Farbstoffe gelten als die am häufigsten vorkommenden Chemikalien in der Textilindustrie. Sie sind noch nicht im vollen Umfang erforscht und können ebenfalls sogenannte CMR Stoffe (krebserregende, erbgutverändernde & fruchtbarkeitsgefährdende Stoffe) beinhalten.[32]

Recycling in der Modeindustrie

32. Aufstieg der Wegwerf-Ökonomie: Fast Fashion fördert durch kurzlebige Trends und billige Kleidung einen Preisverfall der Mode und im gleichen Zuge die Wergwerf-Ökonomie [33]

33. Anteil recycelter Textilien: Weniger als 1% der Textilien werden recycelt und zu neuen Kleidungsstücken verarbeitet.[34]

34. Downcycling bei synthetischen Chemiefasern: Vor allem synthetische Chemiefasern (Polyester) schneiden in Bezug auf Recycling sehr schlecht ab. Statt einem Recycling gleicht der Verwertungsprozess eher einem Downcycling. [35]

35. Mischfasern vom Recycling ausgeschlossen: Das Problem beim Recycling stellen vor allem Mischfasern dar. Eine Trennung der Fasern würde sich nicht rentieren, daher werden diese nicht recycelt.[36] [37]

36. Sortenreinheit als Voraussetzung für Recycling: Sortenreine Textilien, die bspw. aus 100% Baumwolle bestehen, können recycelt werden. Dennoch werden neue Baumwollfasern ergänzt, da die recycelte Faser eine zu schlechte Qualität aufweist, um ein markttaugliches Textil herzustellen. [38]

37. Die Bedrohung durch Altkleider: Unsere Altkleider werden teilweise nach Afrika verkauft. Dort bedrohen die billigen Textilien die heimische Wirtschaft.[39]

38. Folgen der Altkleiderschwemme: Auch Importverbote wie in Nigeria helfen nicht, um sich vor der Altkleiderschwemme zu schützen und verhindern somit den Aufbau einer eigenen Textilindustrie.[40]

39. Textilien in Deutschland werden verbrannt: Laut Recherchen von Welt.de wurden allein im Jahr 2019 in Deutschland 230 Millionen unverkaufte Textilien in Verbrennungsanlagen oder als Altkleiderware ins Ausland verfrachtet.[41]

Produktionsstandorte

40. Die Bedeutung von Asien in der textilen Wertschöfpungskette: Laut der International Labour Organization (ILO) ist Asien der wichtigste Produktionsstandort für die Modeindustrie.[42]

41. Anzahl der Arbeiter in der Textilindustrie: Laut der ILO (Stand 2015) sind alleine in Asien 40 Millionen Arbeiter:innen in der Textilindustrie beschäftigt und weltweit ca. 75 Millionen Arbeiter:innen. [43] [44]

42. Wichtigste Produktionsstandorte für die deutsche Textilindustrie: Im Jahr 2019 sind China und Bangladesch die wichtigsten Produktionsstandorte für Textil- und Bekleidungsimporte nach Deutschland.[45]

43. Frauen in der Textilindustrie: Der Anteil von Frauen in der Textilindustrie beträgt ca. 80% und ein Großteil ist unter 30 Jahre alt.[46] [47]

Frauenanteil_Fast_Fashion_Industrie

44. Die Verdrängung sozialer und ökologischer Faktoren durch die westliche Welt: Durch die Verlagerung der Produktionsstandorte in Billiglohnländer findet eine sogenannte Externalisierung der vorherrschenden Probleme in die Länder statt. In der westlichen Welt wird dabei durch Richtlinien der Umweltschutz großgeschrieben, während die Produktion in Billiglohnländer mit prekären Verhältnissen ausgelagert wird.[48]

Soziale Folgen

45. Rana Plaza: Der Einsturz des Rana Plaza in Bangladesch im Jahr 2013 bezeichnet das größte Drama in der Textilindustrie und zeigte dabei die Missstände auf. Über 1.000 Menschen starben an diesem Tag, größtenteils Textilarbeiter:innen, die in dem Gebäude untergebracht waren und für große Modeunternehmen produzierten. Menschen sind unvorstellbaren Arbeitsbedigungen ausgesetzt, um unseren Konsum zu stillen.[49]

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46. Minimum Wage vs. Living Wage: Rana Plaza lenkte den Fokus auf die Missstände in den Textilketten großer Modeunternehmen. Der Mindestlohn in Bangladesh wurde von  5.300 BDT auf 8.000 BDT im Jahr 2019 eröht. Dennoch ermöglicht er immer noch keine Existenzsicherung für die Arbeiter. 2016 wurde durch die Global Living Weg Coalition ein existenzsichernder Lohn für Arbeiter in Dhaka in Höhe von 13.630 BDT ermittelt.[50] [51]

Unterschied_minium_wage_vs_living_wage

47. Unterdrückung der Arbeiter:innen in Asien: Auch nach Rana Plaza werden laut Fashion Revolution weiterhin Arbeiter:innen in der Textilindustrie davon abgehalten, Berufsgenossenschaften beizutreten und die Arbeitsbedingungen sind mehr als ungenügend.[52]

48. Sexuelle Belästigung bei Arbeiterinnen in Asien: Der „Sexual Harassment at work“ Bericht der ILO zeigt auf, dass sexuelle Belästigung von Frauen in der Textilindustrie vor allem in Produktionsstätten relativ häufig vorkommt. Folgende Gründe sind darauf zurückzuführen: [53]

    • Mehrheitlich findet sich in den Produktionsstätten eine Rollenverteilung wo Männer als Supervisor fungieren und Frauen untergeordnet sind
    • Fehlende Kompetenzen in Bezug auf die Führung und Steuerung von Vorgesetzten und Mitarbeiter durch die Geschäftsleitung
    • Gastarbeiter sind durch kulturelle sowie Sprachbarrieren besonders anfällig für sexuelle Belästigung
    • Falsche monetäre Anreize bei Vorgesetzten

Ökologische Folgen

49. Falsche Gerüchte über Fast Fashion: In „The True Cost“ und zahlreichen Artikeln online ist zu finden, dass die Mode nach der Ölindustrie als Industriezweig den zweitgrößten Umweltverschmutzer weltweit darstellt. [54] [55] [56] [57] Tatsächlich handelt es sich allerdings um ein nicht belegbares Gerücht, wie die New York Times zeigt.[58] Unbestritten bleibt, dass es sich um eine sehr ressourcenintensive Industrie handelt, den zweiten Platz für den größten Umweltverschmutzer müssen wir aber an dieser Stelle aber aberkennen.

50. Mikroplastik in unserer Kleidung: Textilien aus synthetischen Fasern wie Polyester setzen beim Waschen Mikroplastik frei, das in die Umwelt gelangt. Pro Waschgang von 5 kg Wäsche werden dabei bis zu sechs Millionen Mikropartikel freigesetzt. Mikroplastik konnte bereits in Nahrungsmitteln nachgewiesen werden und gilt als Absorber für andere Schadstoffe, die für den Menschen gefährlich sind.[59] [60]

51. Weltweiter Anteil von Mirkoplastik durch Textilindustrie: Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland kann ein Anteil von 35% des gesamten Mikroplastik in den Meeren auf das Waschen synthetischer Textilien zurückgeführt werden.[61]

52. Wasserverschmutzung am Beispiel China: Mit China als einen der weltweit wichtigsten Textilstandorte für Deutschland wurde 2011 durch die NGO China Waterrisk festgestellt, dass 17%-20% der Wasserverschmutzung in China auf die Textilindustrie zurückzuführen ist. Von den 72 giftigen Chemikalien können 30 nicht beseitigt werden .[62] Durch Verbesserungen, die unter anderem auf Druck großer NGOs zurückzuführen ist, hat sich die Situation laut dem 2019 State of Ecology & Enviroment Report Review in China bereits erheblich verbessert. Dennoch sind laut dem Bericht ca. 86% des tiefen sowie ca. 76% des flachen Grundwassers für den Menschen lediglich für den Einsatz in der Landwirtschaft und die Industrie nutzbar. (Anmerkung: Die Textilindustrie ist nicht alleine für die Verschmutzung zuständig: Wie erwähnt, konnten 2011 17-20% der Verschmutzung auf die Textilindustrie zurückgeführt werden) [63]

53. Folgen der Wasserverschmutzung: Traurige Beispiele für die Gewässerverschmutzung der Textilindustrie vor allem in Asien zeigen die Flüsse Ganges (Indien) und Buriganga (Bangladesch). Trotz dem Verbot im Jahr 2020, ungefiltert Chemikalien in den Fluss zu leiten, haben die jahrelange Belastung des Gewässers verehrende Auswirkungen auf die Qualität des Flusses.[64]

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54. Ausstoß CO2 Emissionen Fashion: McKinsey hat in einer aktuellen Studie in Zusammenarbeit mit der Global Fashion Agenda ermittelt, dass die weltweite Fashion Industrie für 4% der weltweiten CO2 Emissionen im Jahr 2018 verantwortlich ist. Dieser Ausstoß sei vergleichbar mit den kumulierten Treibhausgasen der Länder Frankreich, Deutschland und Großbritannien.[65] Dabei sind 70% der Emissionen auf die Produktion von Rohstoffen, Verarbeitung und Veredelung zurückzuführen.[66]

55. Einsatz von Insekt- & Pestizide für die Textilindustrie: Laut dem Umwelt Bundesamt entfallen 25% des weltweiten Insektiziden Marktes und 10% des weltweiten Pestiziden Marktes auf den Anbau von Baumwolle.[67]

56. CMR Schadstoffe in Textilien: Im Rahmen der von Greenpeace ins Leben gerufenen Detox Kampagne konnten über 400 schädliche Substanzen identifiziert werden, die teils krebserregend sowie als fortplfanzungsgefährdend eingestuft werden.[68]

57. Greenpeace Detox Kampagne: 2011 als Detox Kampagne gestartet, haben sich auch große Fast Fashion Unternehmen wie H&M und C&A bereit erklärt, bis 2020 folgende Ziele umzusetzen:[69]

    • Die Umsetzung einer MRLS, die mindestens die von Greenpeace identifizierten 11 gefährlichen chemischen Substanzgruppen enthält
    • Transparenz bei den Zulieferern
    • Substitution von nachweislich gesundheitsschädlichen Substanzen (bspw. PFC)

Laut einer Umfrage unter den Detox Teilnehmern durch Greenpeace im Jahr 2018 zeigt sich, dass laut Angaben der Hersteller nahezu alle Produkte PFC frei produziert werden. Einzig im Bereich Chemikalien Management (MRLS) und Transparenz gilt es bei der Mehrheit noch nachzuarbeiten, sollen die Ziele der Detox Kampagne in diesem Jahr noch erfüllt werden.

Häufig gestellte Fragen zu Fast Fashion

Was ist Fast Fashion?

Unter Fast Fashion versteht man ein Phänomen aus der Modeindustrie, das vor allem seit dem Jahr 2000 gewaltig expandiert ist. Ziel ist es, durch kurzlebige Trends dauerhaft Kaufanreize beim Verbraucher zu setzen. Möglich ist das durch günstige Materialien, allen voran Polyester sowie die Verlagerung der Produktion in Niedriglohnländer.

Welche Marken sind Fast Fashion?

Die bekanntesten Vertreter sind H&M, Inditex mit den Marken Zara, Pull & Bear und Bershka. Aber auch C&A, KiK und Primark sind bekannte Vertreter der Fast Fashion Bewegung.

Was kann man gegen Fast Fashion tun?

Im ersten Schritt glauben wir daran, dass Aufklärung über die textile Wertschöpfungskette den ersten Schritt darstellt. Deshalb findest du in unserem Material Guide ausführliche Informationen über Natur- sowie Chemiefasern. Darüber hinaus haben wir auch einen eigenen Artikel zur textilen Kette verfasst.

Bist du dir erstmal bewusst, welche Auswirkungen der Kauf von Textilien auf Mensch und Umwelt hat, solltest du dir zwei Fragen beim Kauf von Textilien stellen:

• Benötige ich dieses Kleidungsstück wirklich?
• Kann ich mir eine faire Alternative leisten oder es ggf. als faires Textil kaufen?

 

 

 

 

Quellen:

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