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Fair Fashion – Wie Kleider Leute machen und Verantwortung für Umwelt und Menschen übernehmen

Kleidung – die zweite Haut des Menschen: unterbewusst dient sie als eines der stärksten Kommunikationsmittel und kann im starken Maße beeinflussen, wie wir von unseren Mitmenschen wahrgenommen werden.[1] Im Bruchteil einer Sekunde wird aufgrund der Kleiderwahl über Kompetenz und sozialen Stand eines Menschen entschieden.[2]

Eine geringere Beachtung wird dabei oftmals dem Herstellungsprozess der Kleidung geschenkt. Hier stehen vor allem Aussehen und Preis im Vordergrund.[3] Auch wenn laut einer Umfrage aus dem Jahr 2019 das Bewusstsein für nachhaltige Mode in Deutschland bereits einen relevanten Stellenwert einnimmt, ist hier noch deutlich Luft nach oben. [4]

Wir sind überzeugt, dass bei der Wahl von Kleidung unausweichlich der gesamte Herstellungsprozess von Kleidung berücksichtigt werden muss.

Was ist Fair Fashion?

Möglich macht das die Wahl von Fair Fashion bzw. Fairtrade Kleidung. Begriffe, die in den vergangenen Jahren im Rahmen der vorherrschenden Diskussion zum Thema Klimawandel stark an Bedeutung gewonnen haben.[5]

Haben mittlerweile auch große Modeunternehmen erkannt, dass, nicht zuletzt aufgrund einem sich änderten Konsumverhalten, eine Änderung zur Slow Fashion Industrie notwendig ist, so gibt es aktuell zahlreiche Interpretationen, wie Fair Fashion bzw. Fair Trade Kleidung definiert wird.[6]
In einer McKinsey Studie aus dem Jahr 2019 wurden bei einer repräsentativen Umfrage von Verantwortlichen in globalen Modeunternehmen unter dem Begriff „Sustainable Fashion“ die Bereiche nachhaltige Materialien, effizienter Einsatz von Ressourcen sowie einer transparenten Wertschöpfungskette als Prioritäten genannt.[7]

Fairtrade Deutschland nennt im Kontext Fairtrade Kleidung als wesentlichen Faktor die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Menschen – allen voran Näher und Näherinnen sowie Kleinbauern, die von Produktion von Textilien abhängig sind und oftmals in Bezug auf ihre Arbeitnehmerrechte sowie Vergütungsstruktur benachteiligt sind.[8]

Laut dem Spiegel bedarf neben den Begriffen Fairtrade der Ergänzung Eco-Fair, damit auch die Lieferkette sowohl in Hinblick auf faire Arbeitsbedingungen wie auch der Verwendung ökologisch vertretbarer Ressourcen gerecht wird.[9]

Unsere Meinung nach sollte es eigentlich gar keiner Definition bedürfen, sondern Standard sein, dass für die folgenden Eckpfeiler bei der Produktion von Kleidung ein verantwortungsvoller und fairer Umgang gewährleistet wird:

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Faire Arbeitsbedingungen

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Nachhaltige Materialien

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Verantwortungsbewusstes Konsumverhalten

Viele Befürworter von Fair Fashion gehen bei ihrer Definition bzw. Wertevorstellung noch weiter, weshalb an dieser Stelle die 7 Bausteine nachhaltiger Mode von Dr. Anna Brismar erwähnt werden sollen.

Neben einer bedingungslos grünen und nachhaltigen Lieferkette und den bereits genannten Eckpfeilern, sollte ebenfalls verstärkt das Bewusstsein geschärft werden, Kleidungsstücke zu reparieren, als Second Hand zu kaufen und ggf. Kleidung zu tauschen.[10]

Warum sollte man Fair Fashion kaufen?

Um diese Frage zu beantworten, lass uns Dir einige Fakten über die Herstellung konventioneller Kleidung im Rahmen der Fast Fashion aufzeigen:

  1. Um die Baumwolle für ein T-Shirt zu produzieren, werden bei konventionellem Baumwollanbau ca. 150g Gift in Form von Pestiziden gegen Krankheiten und Schädlinge versprüht[11].
  2. Da Baumwolle entgegen ihrem eigentlichen Ursprung in vorwiegend in trockenen Gegenden angebaut wird, um höhere Erträge zu erzielen, benötigt die Baumwolle für ein T-Shirt 2.700 Liter Wasser [12] (Ein Mensch kann mit dieser Menge Wasser 900 Tage versorgt werden) zum Vergleich: Hier erfährst Du mehr zum Thema Bio Baumwolle
  3. Genmanipulierte Baumwolle von Unternehmen wie Monsanto, die zur Ertragssteigerung dienen sollen, ruinieren durch hohe Kosten und strenge Regularien Kleinbauern und Umwelt[13] [14]
  4. Giftigen Chemikalien, die zur Herstellung von Kleidung benötigt werden, werden in Asien größtenteils ungefiltert in Gewässer geleitet und sorgen bspw. für eine bedenkliche Verschmutzung bei 2/3 der chinesischen Gewässer[15]
  5. Ein/e Näher/in in Bangladesch erhält ein mtl. Minimum Gehalt von ca. 95$.[16] Laut dem Guardian benötigt man aber für ein menschenwürdiges Leben in Bangladesch das doppelte Einkommen in Höhe von 190 $.[17]

Die Frage, die sich zumindest uns stellte, als wir über diese Entwicklung nachgelesen haben: „Wie kann ich mir mit gutem Gewissen ein T-Shirt für 4,99 € kaufen?“ 

Woran erkenne ich Fair Fashion Kleidung?

Die Auszeichnung von Kleidung, die „fair“ hergestellt werden kann, zeigt sich manchmal problematisch, gibt es keine rechtliche Vorgabe für die Verwendung des Begriffs, dessen Interpretation und Auslegung dabei oftmals den Unternehmen selbst überlassen ist und sich daher nicht immer mit dem von uns bereits aufgeführten Verständnis von fairer Kleidung. Die Verwendung von Gütesiegeln kann dabei wie auch in vielen anderen Bereichen zur Definition bestimmter Standards helfen. Werden diese erfüllt, kann ein Unternehmen das jeweilige Gütesiegel für seine Kollektion verwenden.

Aufgrund unterschiedlichster Siegel ist allerdings auch über die Jahre eine Undurchsichtigkeit entstanden, weshalb wir für dich die glaubwürdigsten Textilsiegel in einer Infografik entlang der Wertschöpfungskette zusammengefasst haben.

Produzieren große Modemarken auch fair?

Grundsätzlich ja, wobei man aufpassen muss, dass Unternehmen nicht nur versuchen das neue Bewusstsein bei Konsumenten zu verwenden um konventionell hergestellte Mode neu zu vermarkten und damit ihren Umsatz zu steigern: Greenwashing ist an dieser Stelle als beliebtes Mittel konventioneller Unternehmen zu nennen.[18]

Warum ist Fair Fashion so teuer?

Faire Kleidung muss nicht teuer sein! Erwähnt werden muss aber zunächst, dass wir durch Fast und Ultra Fast Fashion den Bezug zu dem reellen Wert von Kleidung verloren haben. Ein T-Shirt, das 4,99 € kostet kann beim besten Willen nicht unter verantwortungsvollen Bedingungen produziert worden sein.

Betrachten wir zudem die Haltbarkeit von konventioneller Mode sowie das Konsumverhalten, das sich durch ein Anhäufen von Kleidung auszeichnet zeigt sich, dass der bewusste Kauf von nachhaltiger Mode, in keiner Weise „teurer“ als der verschwenderische Konsum von Fast Fashion darstellt.

Unser Ziel mit Fairlier ist es, dich für Fair Fashion zu begeistern und dir interessante Fakten rund um das Thema bereitzustellen. Lass dich gerne inspirieren und wir wünschen dir viel Spaß beim Stöbern durch unseren Blog!

Quellen